Die Eurokrise ist zurück (2)

Gleicher Titel wie heute früh, aber so ist es nun mal: Die Eurokrise ist aus ihrem Winterschlaf erwacht. 3 Monate vor der Präsidentschaftwahl in Frankreich beginnt wieder das Hickhack um die Rettung Griechenlands und die Frage: Was retten wir da überhaupt.

Die Positionen sind die gleichen, wie beim letzten Mal: Der IWF hält die Schuldenlast für nicht tragbar und fordert einen Schuldenschnitt, an dem er sich selbst aber nicht beteiligen will. Wolfgang Schüble will ohne den IWF kein Programm und vor allem keinen Schuldenschnitt und Griechenland will Geld, viel versprechen und nichts davon einhalten. 

Und der europäische Wähler? Der schaut mal nach dem(n) Rechten. Eigentlich können sich Marie Le Pen und Gerd Wilders in Ruhe zurücklehnen und zuschauen wie sich Europa ganz allein zerlegt.

Wie das die Märkte finden, war heute an den 10-jährigen Staatsanleihen zu sehen. Während die Zinsen für die Deutsche um 1,1 % sanken, stiegen sie in Frankreich um 0,6 %, in Italien um 1 % und in Griechenland um 1,5 %. Die aktuellen Zinssätze: Deutschland 0,354 %, Frankreich 1,108 %, Italien 2,361 % und Griechenland 7,916 %. 

Der Dax hielt sich heute trotzdem lange ganz tapfer, während der Euro die Verluste des Morgens später eingrenzen konnte, aber dass die Märkte nervös auf die Entwicklung in Brüssel, Berlin, Athen und Washington schauen, war unübersehbar. Die Amis geht das ausnahmsweise mal alles nichts an. Im Gegenteil: Ein schwaches Europa dürfte Donald Trump sehr gut in die Karten spielen.