Die Eurokrise ist zurück

Nachdem in Europa am Dienstag deutliche Verluste zu verzeichnen waren, gaben die Märkte in Asien in der Nacht nur leicht nach. In Europa drücken neben den gewohnten Sorgen um den Brexit auch die gestiegenen Chancen der rechten Präsidentschaftskandidatin Marie Le Pen und die Eurokrise.

Neben steigenden Risikoprämien auf Staatspapiere aus Frankreich und Italien macht den Märkten die Zukunft Griechenlands zu schaffen. Das Land benötigt zur Sanierung das nächste Rettungsprogramm. Bisher ist jedoch nicht klar, ob sich der IWF weiterhin am Programm beteiligt. Die Organisation sieht die Schuldentragfähigkeit Griechenlands kritisch und sieht die Lösung einzig in einem Schuldenschnitt. Den lehnt besonders Deutschland ab. Nun erklärte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, dass die Rettungsmission Griechenlands ohne IWF beendet sei. Ob sich der IWF davon beeindrucken lässt, bleibt abzuwarten. Die Entscheidung, ob der IWF weiter bei der Rettung Griechenlands hilft, soll in den kommenden Tagen entscheiden werden.

Für den Euro bedeutete dies schon gestern Verluste, die sich in der Nacht fortsetzten. EUR/USD fiel unter die 1,0710 und brach damit den Aufwärtstrendkanal. Nächstes Ziel dürfte die 1,0620 sein, gefolgt von der 1,0570. 


Der US-Dollar dürfte auch von Aussagen des Chefs der Philly Fed, Patrick Harker gestützt worden sein, der sich für eine Zinserhöhung im März aussprach.

In Australien blieben derweil die Leitzinsen auf dem Rekordtief 1,5 %. 

Leichte Abgaben waren in der Nacht in den Sicheren Häfen Yen und Gold zu registrieren, was auf eine leichte Entspannung am Aktienmarkt schließen lässt. Kein Rückenwind kam dagegen von der deutschen Industrie. Die Industrieproduktion ging im Dezember um 3 % zurück. Erwartet wurden +0,3 %. 

Der Dax startet heute mit moderaten Verlusten in den Tag. Wichtige Unterstützung dürfte die 11.400 sein, während über der 11.515 eine Gegenbewegung bis zunächst 11.600 stattfinden könnte. Eine solche Erholung würde den im Stundenchart zu sehenden überverkauften Statuns korrigieren. Ein bullisches Bild könnte sich erst über 11.720 Punkten wieder etablieren. 


In den USA geht die Berichtssaison weiter. Vor dem Start der Wall Street melden General Motors und Intercontinental Exchange Quartalszahlen. Nach der Schlussglocke sind Mondelez und Walt Disney dran.


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