Neuseelands Notenbank sieht Kiwi überbewertet.

Die Reservebank of New Zealand hat die Zinsen auf Rekordtief bei 1,75 % gelassen und beklagt, dass der Neuseeland-Dollar überbewertet sei. Er belaste ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und sorge für eine zu niedrige Inflation. NZD/USD gab danach deutlich nach und brach in der Nacht die Unterstützung bei 0,7225. Weitere Ziele auf der Unterseite könnten bei 0,7130 und 0,7050 liegen. Aktuell ist der Stundenchart jedoch überverkauft, was eine Gegenbewegung einleiten könnte, die dann vielleicht einen guten Short-Einstieg ermöglicht. 


Ansonsten gab es wenig Bewegung in Asien. Der Nikkei gab mit einem halben Prozent wie gestern Abend im Video vermutet am meisten nach, weil der Yen wieder stärker wurde. Die Unsicherheit über die Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump bleibt bestehen. Mittlerweile hört man auf dem Parkett immer öfter Zweifel, ob denn die versprochenen Steuersenkungen noch in diesem Jahr kommen. So blieb der Handel zurückhaltend und das Volumen dünn. 

Für weiter steigende Aktienkurse fehlen zunehmend die Impulse. Zwar gibt es immer wieder mal gute Quartalszahlen zu vermelden, aber die vom Markt erwarteten Maßnahmen zur Wirtschaftsbelebung in den USA bleiben ungewiss.  Da helfen am Ende auch die einzelnen Maßnahmen von US-Unternehmen nichts, die öffentlich um das Wohlwollen des Präsidenten buhlen. Gestern hat Intel ein neues Werk im Bundesstaat Arizona versprochen. Es würde das fortschrittlichste Halbleiterwerk der Welt werden.

Aus Deutschland gibt es schlechte Nachrichten. Die Exporte sind im Dezember um 3,3 % eingebrochen. Erwartet wurden -1,1 %. Der Handelsbilanzüberschuss schrumpfte auf 18,4 Mrd. Euro. 

Immerhin hat ThyssenKrupp im letzten Quartal deutlich mehr umgesetzt als prognostiziert. Das Ergebnis je Aktie wies nach dem Vorquartalsverlust von 0,04 € mit 0,01 Euro immerhin einen leichten Gewinn aus, blieb aber deutlich hinter den Erwartungen zurück (0,16 €).

Der Dax eröffnet trotzdem freundlich und schiebt sich seitwärts so langsam an den Abwärtstrend heran. Die spannende Frage wird, ob die Bullen bei einem Bruch der Trendlinie stark genug sind, ohne fundamentale Impulse einen bullischen Schub auszulösen. Die erste wichtige Markte bleibt die 11.600, gefolgt von der 11.675/694/720.


In der neu aufkeimenden Eurokrise hat sich gestern Abend Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble betont gelassen gegeben. Es sieht die vielen Ängste und zum Teil ja auch Hoffnungen über ein Ende der EU und des Euro als übertrieben an. Allerdings wäre ein Wahlerfolg von Marie Le Pen in Frankreich eine Zäsur für Europa. Er sieht Deutschland auch nach einem eventuellen Ausscheidens des einen oder anderen Landes fest integriert in einem europäischen Verbund derer, die weiterhin auf offene Markte gemeinsamen Märkten setzen. Auch an der gemeinsamen Währung wolle man mit denen, die gemeinsame Regeln anwenden wollen, festhalten. Auch Griechenland sei noch nicht verloren, müsse aber die vereinbarten Reformen umsetzen, damit das aktuelle Rettungsprogramm, das bis 2018 geht, Erfolg haben kann. Griechenlands Schuldenlast werde oft falsch bewertet, weil das Land kaum Schulden zurückzahlen müsse. Die Griechen hätten im letzten Jahr eine deutlich über dem EU-Durchschnitt liegende Konjunkturentwicklung genommen. Der Finanzminister verhehlte aber nicht, dass Griechenland weitere Anstrengungen unternehmen müsse, um aus der Krise herauszukommen. Problem der Griechen sei es, dass der Staat über denm EU-Durchschnitt liegende Sozialleistungen erbracht habe, welche aber nicht erwirtschaftet wurden. Dieses Missverhältnis müsse beendet werden oder Griechenland müsse aus dem Euro ausscheiden.

EUR/USD half Schäubles Bekenntnis zum Euro zunächst nicht. Nachdem die Bullen gestern vergeblich an der 1,0710 anklopften, taucht das Paar inzwischen wieder ab und könnte einen erneuten Versuch unternehmen, die Supportzone bei 1,0620/1,0570 zu testen. 


An wirklich wichtigen Wirtschaftsterminen ist der Kalender heute wieder arm. Am Abend (19.30 Uhr) spricht Bank of England-Gouverneur Mark Carney. In den USA berichten vor Öffnung der Wallstreet Coca Cola und Twitter. Nach der Schlussglocke ist News Corp dran.


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