US-Daten als Trendgeber?

Nachdem gestern die Aktienmärkte auf der Stelle traten, könnten heute Nachmittag die US-Daten den entscheidenden Impuls geben. 14.30 Uhr erscheinen die Non Farm Payrolls und 16 Uhr der wichtige ISM Dienstleistungsindex. 

Nach den guten ADP-Arbeitsmarktdaten könnte auch die Non Farm Payrolls positiv überraschen. Ein Teil dürfte aber inzwischen eingepreist sein. Die Stimmung im US-Dienstleistungssektor spiegelt hingegen der ISM Dienstleistungsindex wider. Hier könnte es auch eine negativ Überraschung geben, denn die neue Wirtschaftpolitik der Trump-Administration scheint sich ziemlich einseitig auf die Industrie zu konzentrieren. Dabei war zuletzt vor allem Hochtechnologie die Triebfeder der US-Wirtschaft. Google, Apple, Amazon, Ebay, Facebook - das sind die Stars der letzten Jahre gewesen.

Amazon erzielte mit 1,55 $ je Aktie zwar deutlich über den Erwartungen verdient (1,35 $) verdient, konnte aber im Umsatz nicht überzeugen. Auch der Ausblick konnte nicht überzeugen. Die aktie brach nachbörslich um bis zu 4 % ein. 

Am Vormittag liefern die Europäer die ihre Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindizes. In der Nacht tat dies schon China. Das Ergebnis war wenig erfreulich. 51,0 Punkte, bei erwarteten 51,8. Hinzu kam in China eine überraschend Erhöhung der kurzfristigen Zinsen durch die Peopls Bank of China. Dies brachte die Märkte in Shanghai und Hongkong unter Druck. 

Auch die Bank of Japan intervenierte am Finanzmarkt und kaufte Staatsanleihen im 5 bzw. 10 Jahren Laufzeit, um die Zinsen wieder in den gewünschten Zielbereich nahe 0 zu bekommen. Der Yen gab dadurch nach und der Nikkei legte zu, Gewinner in Japan war Sony. Das Unternehmen will trotz hoher Abschreibung auf das Film- und Fernsehstudiogeschäft in der Gewinnzone bleiben. 

Der Dax Future startet eicht unter dem gestrigen Schlusskurs in den Handel. Zuletzt bot die 11.660 ersten Widerstand. Darüber wartet die 11.720. Die von einigen Bullen schon erhoffte 12.000 scheint aktuell doch noch ein Stück weg zu sein. Es ist gut möglich, dass auch die Börse in Frankfurt heute zunächst auf die US-Arbeitsmarktdaten wartet und bis dahin der ganz große Trend nicht zu sehen ist. Der Dax bleibt unter der Wolke un gilt damit weiterhin als leicht angeschlagen. Wichtige Supports sind 11.515/490 und 11.400.


EUR/USD konnte gestern von EZB-Direktor Benoit Coeure ein wenig eingefangen werden. Er verdeutlichte nochmal, dass die EZB dem aktuellen Anstieg der Verbraucherpreise keine Bedeutung beimisst. Sie sind Ausdruck des volatilen Preisverhaltens am Energiemarkt.

Das Majorpaar handelt nach dem Erreichen eines neuen Jahreshochs bei 1,0829 wieder unter der 1,0775. Noch ist die Wolke nicht durchbrochen und der Aufwärtstrend ist intakt. Dies köntne sich ändern, sollte die US-Arbeitsmarktdaten über den Erwartungen liegen. Dies könnte den US-Dollar stärken. Erste Ziele: 1,0620 und 1,0570.



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