Dollar unter Druck

Donald Trump rückt immer weiter von seinen Positionen im Wahlkampf ab. Auch in der Geldpolitik hat er nun völlig neue Ideen und kann sich sogar vorstellen, Janet Yellen über 2018 als Fed-Präsidenten zu halten.

Dollar "zu stark"

Donald Trump würde eine Niedrigzinspolitik bevorzugen, sagte er gestern dem Wall Street Journal. Und China sei auch kein Währungsmanipulator. Die Realpolitik scheint Trump langsam einzuholen. Seine Wähler dürfte dies immer mehr enttäuschen, denn nach und nach wird klar, dass den markigen Worten im Wahlkampf kaum Taten folgen. 

Chinas Handelsbilanzüberschuss legt deutlich zu

Deutlich zugelegt hat im März Chinas Handelsbilanzüberschuss. Mit 23,92 Mrd. US$ hat er sich mehr als verdoppelt. Die Exporte legte um 16,4, die Importe sogar um 20,3 %  zu. 

Asiatische Märkte uneinheitlich

In Asien stand vor allem der Nikkei deutlich unter dem Druck, nachdem der Yen erneut fester handelte. Auch die Börse in Sydney hat deutliche Verluste eingefahren. Unter Druck kamen Exportwerte, aber auch Finanzwerte. Weiter auf Erholungskurs ist die Börse in Seoul.

Kehrtwende bei den Finanztiteln

Die Finanztitel könnten heute auch in Europa im Fokus stehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Trump eher dovishe Kandidaten für zwei noch in diesem Jahr vakante Fed-Mitglieder nominiert, ist hoch und damit auch eine dovishere Grundausrichtung der Fed. Die Normalisierung der Geldpolitik könnte wesentlich länger dauern oder gar ausbleiben und somit die Ertragsaussichten der Banken, die sich gerade erst verbessert haben, wieder verschlechtern. Heute werden aber die US-Großbanken JPMorgan (12.45 Uhr), Citigroup und Wells Fargo (jeweils 14 Uhr). wohl ziemlich gute Zahlen präsentieren. Mit Hintergrund von gestern könnten die guten Zahlen aber an den Märkten schnell verpuffen.

EUR/USD legt deutlich zu

Das Majorpaar hat am späten Abend deutlich zugelegt und handelt nun über 1,0630 mit Ziel 1,07. Interessant wird nun, was die Fed-Mitglieder aussagen werden, denn die Geldpolitik macht ja nicht Donald Trump sondern die Notenbank. Trump kann aber die Ausrichtung der Bank durch die Besetzung vakanter Stellen beeinflussen. EUR/USD nun bullisch, im Stundenchart allerdings etwas überkauft. 

Dax tritt auf der Stelle

Der Dax startet im Future fast unverändert. Wenn die Märkte Donald Trump ernstnehmen, dürften die Finanztitel heute unter Druck geraten. Andere Werte könnte von den neuen geldpolitischen Ansichten des US-Präsidenten aber eher profitieren. Generell dürfte die Aktie bei weiterhin niedrigen Zinsen profitieren. Generell sollte der Dax das Wochentief bei 12.040 nicht unterbieten. Solange bleibt eine Erholung durchaus möglich. Erstes Ziel wäre 12.300. Der Ichimoku bleibt aktuell allerdings eher bärisch, wobei es aktuell kein frisches Verkaufssignal gibt.

Verbraucherpreisindex in den USA

Neben den Quartalszahlen der oben erwähnten drei US-Großbanken wird heute der Verbraucherpreisindex aus den USA veröffentlicht. Danach folgt an vielen Börsen der Welt ein langes Wochenende.


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